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Der Anfang des jüdischen Volkes- Parascha Schmot

DER ANFANG DES JÜDISCHEN VOLKES - Parascha Schmot
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DER ANFANG DES JÜDISCHEN VOLKES: DER KAMPF UM DIE KONTINUITÄT: DIE FORTSETZUNG UND DER FORTBESTAND

Mitten im Ägyptischen Exil fing unsere Geschichte an. Wir behielten unsere Identität, indem man seine eigene Kleidung bei behielt, keine fremde Namen annahm, man zusammen hielt, einander nicht bei der Obrigkeit denunzierte und dabei bleib, seine eigene Sprache weiter zu sprechen. Die Sprache ist eine wichtige religiöse und nationale Bindungsgrundlage. Das Hebräisch hat auch viel tiefere Bedeutungsebenen, die bei einer Übersetzung verloren gehen.

Auch unsere Sprache darf nicht verwässern

Die Sprache und die Religion vermischen sich bei uns und werden innerhalb des traditionellen Judentums als eine unzerstörbare Einheit erlebt. Das Hebräisch bedeutet uns mehr, als nur ein Kommunikationsmittel. Im Jüdischen Gesetz wird dieser Sprache somit unverrückbare Kedduscha – Heiligkeit – zuerkannt, da das Herbäisch schon sofort bei der Schöpfung das Medium zur Informationsvermittlung zwischen G“tt und dem Menschen war (Midrasch).

Auch Adam sprach Hebräisch. Es durfte keine allgemeine, also eine übliche Sprache, werden. Ein richtiger Linguist ist nicht nur für den Erhalt formaltechnischer Linguistik verantwortlich. Er soll auch den inhaltlichen Reichtum der Sprache seinem Gehör übertragen. Iwrith hat viel mehr Tiefgang und Systematik.

Die tapferen Jüdischen Frauen

Sofort folgt die Episode der tapferen Jüdischen Erlösungsfrauen, die in unserem Fortbestand immer ein wichtiger Bestandteil waren. Messirut Nefesch (die Aufopferungsbereitschaft) unserer Frauen war für unsere Volksexistenz immer ein Garant. Ihre Belohnung war groß: „Da die Erlösungsfrauen (Schifra und Pua, Jochewed und Mirjam) G“tt fürchteten, erstellte ER für sie Häuser (1:21). Laut Raschi wurde mit „Häuser“ gemeint „Häuser von Kehuna, Lawija und Malchut“. Von Jochewed und Mirjam würden Priester, Leviten und Könige abstammen.

Weshalb war das die passende Belohnung? Der Pharao wollte nicht das gesamte Volk ausrotten. Selbst wenn er alle männlichen Kleinkinder hätte töten lassen, würden noch immer Mädchen übrig bleiben.

Trotz der Ägyptischen Männer würden die Kinder noch immer Jüdisch bleiben. Die Abstammungslinie „Kohen“ und der Status Levi (Kehuna und Levija) sind jedoch vom Vater abhängig.

Kehuna und Levija

Da Jochewed und Mirjam durch ihre Messirut Nefesch (Aufopferungsbereitschaft) die Kehuna und die Lewija für Am Jisraejl aufrecht erhalten hatten, gab G“tt denen Nachkommen mit dem Statuts von Kohen und Levi. Denn Kohanim und Levi’im waren Menschen mit Messirut Nefesch, mit Aufopferungsbereitschaft.

Als Diener(innen) im Tempel bekamen sie keinen Grundbesitz zugeteilt: G“tt war ihr Erbteil. Mida kenegged Mida – so wie sie Gutes taten, erhielten Jochewed und Mirjam, was ihnen zustand.

Da sie sich um jedes Kind kümmerten und jedes Baby kuschelten, stammen von ihnen auch Könige ab. Genau wie Jochewed und Mirjam, hat sich ein König für jeden Bürger ein zu setzen.

Wirtschaft (Ökonomie)

Aber Pharao`s tödliches Arsenal war noch nicht erschöpft: „Werfet alle gerade geborenen Babys in den Nil“ (1:22). Die Erklärer verleihen dieser Anordnung eine tiefere Bedeutung. Der Nil beinhaltete und bedeutete die Ägyptische Ökonomie. Das Wohlergehen in dieser Hinsicht war vom über die Ufer treten des Flusses abhängig.

Symbolisch rief der Pharao dem Jüdischen Volke zu: „Werfet Euere Kinder in die schnell fließende ökonomische Entwicklung der Ägyptischen Industrie! Anstatt, dass Ihr Euch der Religion widmet, solltet Ihr ökonomisch glänzen!“.

Die materielle Expansion

In moderner Sprache übersetzt ist dieses der Bedarf, den Viele verspüren, um sich bevorzugt in materiellem Sinn zu entfalten: noch größer, noch besser, noch schöner…Aber das ist nicht das Judentum. Um uns aus diesem irdischen Bestreben zu entwirren, ist Führungsfähigkeit erforderlich – extern und intern. Wir sollten in geistiger Hinsicht im Aufstieg bleiben; aber das erfordert Standhaftigkeit! Wir müssen in erster Linie uns selbst steuern.

Der Mensch denkt, G“tt lenkt.

Die persönliche Geschichte von Mosche stellt ein Merkmal da: „Dieses ist ein Hebräisches Kind“ (2:6). Ab Schmot steht Mosche im Mittelpunkt der Tora. Seine Mutter hatte ihn drei Monate lang versteckt, war aber anschließend gezwungen, ihn ins Uferschilf zu legen. Der Pharao hatte entschieden, dass alle kleinen Knaben in den Nil geworfen werden sollten, da seine Astrologen ihm erzählt hatten, dass der Jüdische Anführer mit Wasser bestraft würde.

Während der Pharao auf alle mögliche Arten versuchte, das Leben von Mosche unmöglich zu machen, gab G“tt trotzdem den Ereignissen eine derartige Wendung, dass Mosche letztendlich am Hof von Pharao erzogen wurde, unter der fördernden Leitung seiner Tochter Batja.

Der Mensch denkt, aber G“tt lenkt…

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Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

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