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Lasse Deine Diener im Land Goschen wohnen

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DIE HAGGADA LAUT RAV LAU 

Das Jüdische Volk hat nie in EINEM Gebiet konzentriert gewohnt. Haman sah es richtig: „Es gibt EIN Volk, unter den Völkern verstreut“ (Esther 3:8). Selbst zu Zeiten des Tempels waren die Juden über verschiedene Länder verstreut, unter anderem in Babylon. Bis auf den heutigen Tag wohnen und leben wir über die gesamte Welt verteilt.

das gesamte Jüdische Volk in EINEM Gebiet

Es gab jedoch in der Geschichte EINEN Zeitbereich, in dem das gesamte Jüdische Volk in EINEM Gebiet wohnte. Das war in der ägyptischen Verbannung, im Land Goschen. Da durften sie nicht raus, bis dass sie Ägypten verließen. So steht zum Beispiel bei der Plage „Hagel“: „Nur im Land Goschen, in dem die Bnej Jisraejl wohnten, gab es keinen Hagel“ (Schemot/Ex. 9:26). Dieses war in der Zeit VOR Matan Thora (Übergabe der Tora auf dem Sinai) erforderlich.

Sorgen um die geistige Ebene der Kinder 

Nach dem Sinai war die Thora das verbindende Glied und es war nicht mehr erforderlich, in EINEM Gebietsbereich konzentriert zu wohnen. Ja’akov befürchtete Assimilierung, als er nach Ägypten abreisen musste. G“tt sprach damals zu ihm: „Fürchte Dich nicht, nach Ägypten hinab zu steigen. ICH werde mit Dir nach Ägypten hinab steigen und ICH werde Dich dort auch heraus holen“. Ja’akov machte sich ernsthafte Sorgen um und über die geistige Ebene seiner Kinder.

geistige Kontinuität sicherstellen 

Ja’akov sandte seinen Sohn Jehuda voraus, um ein geistiges Zentrum, eine Jeschiwa, zu gründen, aus dem die Thora verbreitet werden sollte (Bereschit 46:28). Er veranlasste alles Mögliche, um die geistige Kontinuität seiner Kinder sicher zu stellen.

in einen fremden Land aufgewachsen 

Als Ja’akov seine Enkelkinder Menasche und Efraim sah und Jossejf ihm erzählte (Bereschit 48:9): „Es sind meine Kinder, die G“tt mir hier gegeben hat“, in der Golah, reagierte Ja’akov sofort: „Bringe sie zu mir und ich werde sie segnen“. Sie benötigten eine spezielle Bracha, da sie in einen fremden Land aufgewachsen waren.

Mein Name  und der Name meiner Vorfahren 

Ja’akov erteilt ihnen folgenden Segen: „Auf dass mein Name und der Name meiner Vorfahren über sie genannt werden sollen, so dass sie sich in großen Mengen in der Mitte des Landes vermehren werden“.

Kette der Generationen nicht unterbrechen 

Auch wenn sie zu zwei großen Stämmen werden sollten, hatten sie die Namen der Vorfahren weiter zu tragen, so dass die Kette der Generationen nicht unterbrochen werden sollte.

Dieses befindet sich in einem Psalm angedeutet, den wir auch in der Hagada sprechen, in Hallel:

„Als die Juden aus Ägypten aus zogen“ das soll bedeuten, dass das Jüdische Volk als Jüdisches Volk aus Ägypten aus zieht.

seinen besonderen Charakter behalten

Und dann: „Bejt Ja’akov me’am lo’ejtz“- möchten wir, dass das Haus Ja’akov seinen besonderen Charakter, trotz des götzendienlichen Umfeldes, behält.

Und weiter: haita Jehuda lekodscho“, war es doch Jehuda, der über die Kedduscha (Heiligkeit) wachte und damit über die besondere Identität von Am Jisra’ejl.

Herrschaft über das Jüdische Volk 

Letztendlich wurde ihm hierdurch „Jisra’ejl mamschelatov“- wurde ihm die Herrschaft über das Jüdische Volk übertragen. Alle Könige stammten von Jehuda ab. Er überwachte die Kedduscha (Heiligkeit) des Jüdischen Volkes, als sein Vater ihn nach Ägypten sandte.

Deshalb hatte er einen Enkelsohn, Nachschon ben Aminadav, der als erster am Jam Suf in das Wasser (in das Meer) sprang. Hiermit zeigte der Stamm Jehuda auf, dass er der Anführer des Jüdischen Volkes war.

Weshalb ist das Symbol von Jüdischer Zerstörung nun gerade Lavan?

Laut der Hagada wollte er „alles kaputt machen“. War Lavan tatsächlich der größte Feind des Jüdischen Volkes? Wenn wir in die Thora schauen, lesen wir nicht viel Besonderes! Lavan war jedoch der gefährlichste Feind. Er wollte das Jüdische Volk nicht körperlich vernichten, wie Pharao. Lavan war auf Assimilation aus!

„Die Mädel sind meine Töchter und die Jungens sind meine Söhne“, sprach Lavan (Bereschit 31:43). Lavan wollte, dass jeder bei ihm blieb, so dass er jeden hätte beeinflussen können.

der gefährlichste Feind

Wer war dieser Lavan? Lavan war ein Mann, der bereit war, alles auf zu opfern – seine Töchter und Enkelkinder, seine Besitztümer – wenn er nur seine Götzen behalten könnte: „Weshalb hast Du meine Götter gestohlen?“ (Bereschit 31:30). Hierfür verfolgte er Ja’akov durch das Gebirge von Gilad. Hierfür war er bereit, einen Weg von sieben Tagen in drei Tagen zurück zu legen. Mit Lavan in der Nachbarschaft war das Jüdische Volk vollkommen assimiliert.

 Die Assimilation dünnt unsere Gliederungen aus

Trotz aller fürchterlichen Dekrete in Ägypten, hatte das Judentum dort sich behaupten können. In Ägypten vermehrte sich das Jüdische Volk ungeachtet der Unterdrückung. Die Assimilation dünnt unsere Gliederungen aus. Aus noch nicht lange zurückliegende statistische Erhebungen in hundertsechzig Ländern, in denen Juden leben, ging hervor, dass die Zahl der Juden nur in zwei Ländern in den vergangenen zehn Jahren zugenommen hatte. In allen anderen Ländern gingen die Zahlen der Juden zurück.

geistige Wachsamkeit

Der Sederabend wird auch Lejl Schimurim, die Nacht der Bewachung und der Beschützung, des Erhaltes, genannt. Die Zukunft des Jüdischen Volkes ist von unserer geistigen Wachsamkeit abhängig!

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Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

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