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Ungeborenes Leben hat Anspruch auf Schutz – Parascha Tasria-Mezora

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Ungeborenes Leben hat Anspruch auf Schutz – Parascha Tasria-Mezora

Die Parascha Tasria fängt mit dem entstehenden Leben an und dessen Auswirkungen oder dessen Folgen, Aussichten. Das Leben steht im Judentum im Mittelpunkt. Mit Ausnahme im Falle von Lebensgefahr steht das Judentum überwiegend dem Abortus Provocatus, also dem vorsätzlichen Schwangerschaftsabbruch, Abtreibung genannt, ablehnend gegenüber.

Zurzeit erfolgen viele Aktionen zum Wohle des noch ungeborenen Kindes. In West-Europa werden ungefähr zwölf Prozent der Schwangerschaften durch Abortus Provocatus abgebrochen. Die Grausamkeiten, die Abortus mit sich bringen, werden todgeschwiegen. Das Judentum steht für das Leben, also PRO-LIFE. Abtreibungen erfolgen oft unqualifiziert, medizinisch nicht einwandfrei. Alle fünf Minuten stirbt irgendwo auf der Welt eine Frau an einer illegalen Abtreibung. Aber auch siebzig ungeborene Babys kommen alle fünf Minuten nicht auf die Welt.

Befürworter der Abtreibung behaupten, dass hier keine ungeborenen Kinder getötet werden, sondern lediglich Klumpen von Gewebe entfernt werden. Aber nach 3 Wochen schlägt bereits ein Herzchen, nach acht Wochen lutschen sie bereits an ihrem Daumen und nach zwölf Wochen sind sie bereits ausgereift. Alle genetischen Persönlichkeitseigenschaften sind bereits in der Konzeption fest verankert.

Heutzutage spielt eine andere Frage wieder eine wichtige Rolle. Darf man Embryos verwenden, um das Menschenleben von Erwachsenen zu retten? Es besteht die Frage, ob das eine Leben auf Kosten des anderen Lebens gerettet werden darf. Piku’ach Nefesch – die lebensrettende Vorgehensweise – steht auf der Jüdischen Prioritätenliste an oberster Stelle. Jedoch darf nicht jedes Verbot übertreten werden, um Leben zu retten. Vor einiger Zeit war eine Frau bereit, eine Abtreibung zu vollziehen, um für ihren an Parkinson leidenden Vater an Gehirngewebe zu kommen. Die Zerstörung eines Fötus, um das Leben der Mutter zu retten, hat in der Rabbinischen Literatur viel Aufmerksamkeit erhalten.

Der Talmud vermerkt, dass wenn die Mutter sich während der Schwangerschaft oder Geburt in Lebensgefahr befindet und durch den Fötus eine Bedrohung fest gestellt wird, die Entfernung des Embryos erlaubt ist, um das Leben der Mutter zu retten. Maimonides (siehe Hilchot Rotse’ach 1:9) besagt nicht nur, dass das Leben des Kindes dem der Mutter untergeordnet sei, sondern bezeichnet den Embryo als einen „Aggressor“. Maimonides sagt somit, dass das Leben des Fötus nur aus dem Grunde beendet wird, da er ein „Aggressor“ ist und das Leben der Mutter bedroht. Verschiedene Erklärer verweisen darauf, dass Maimonides anscheinend der Meinung sei, dass das Töten von Embryos eine Art von Mord sei, obwohl darauf keine Todesstrafe steht. (Igrot Mosche, 4:69 und 71).

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Das Miranda-Prinzip besagt, dass man nie in die Illegalität flüchten darf, um Leben zu retten. (hiermit ist gemeint, dass man nicht verbotene oder nicht erlaubte Wege gehen darf, um Leben zu retten).

Die Verwendung von Gehirnsubstanz von Embryos, um Leben zu retten, rechtfertigt nicht einen Abortus Provocatus. Wie sehr ein Abortus, also eine Abtreibung, auch gegen das Jüdische Gesetz verstößt, bestehen jedoch keine Bedenken gegen die Verwendung von Gehirnsubstanz NACH einer verbotenen Abtreibung. Die Organe eines durch Ermordung ums Leben gekommenen Opfers dürfen verwendet werden, um andere Leben zu retten. Dieses bedeutet keinesfalls Mittäterschaft am Mord. Das gleiche gilt für Abtreibung. Obwohl diese unter normalen Umständen strikt verboten ist, kennt das Jüdische Gesetz kein Miranda-Prinzip, dass unrechtmäßig erworbene Gehirnsubstanz auch noch nachträglich zur lebensrettenden Verwendung verbieten würde.

Die Verwendung solches Gewebes erniedrigt jedoch die Moral unserer Gesellschaft. Sie würde ähnlich gelagerten Experimenten eine bestimmte Legalität verleihen und weniger gewissensvolle Personen ermutigen, diese Art von unethischen Versuchen in Gesellschaften fortzusetzen, die diese nicht direkt verbieten.

Unterstützung aus übergeordneten Stellen für Experimente, bei denen Gehirnsubstanz von Föten zur Behandlung von Erkrankungen Dritter Verwendung findet, wird zweifelsohne zu einer Zunahme von Abtreibungen führen. Da dieses Letztere SEHR unerwünscht ist, ist Ermutigung dazu ebenfalls unerwünscht.

Die Frage, die hier ansteht, kann mit der Frage verglichen werden, ob man jemanden retten darf, während es bekannt sei, dass hierdurch das Leben eines Anderen endet. Solche Fragen finden sich regelmäßig in den Werken der großen Poskim (Rabbinische Entscheider) wieder. Der breit gestreuten Halachischen Literatur ist deutlich zu entnehmen, dass es nicht erlaubt sei, einen Kranken (eine Kranke) auf Kosten des Lebens eines oder einer Anderen, zu heilen. (Schach 4:163:18).

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