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SCHEMITA 5782 IN ISRAEL – Teil 3 – Mischpatim

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בסייד

Teil 3: Aspekte des nicht-Jüdischen Landes in Eretz Jisrael

SCHEMITA IN ISRAEL

Das siebte Jahr, in dem das Land brachliegen muss

Ein Leitfaden zu den Vorschriften des Schabbatjahres fürs Israel-Besucher

Heute befassen wir uns mit Aspekten des nicht-Jüdischen Landes in Israel. Wenn sich israelisches Land im Besitz von Nicht-Juden befindet, dürfen die landwirtschaftlichen Erzeugnisse nicht mit Keduschat Schewi’it (Heiligkeit des Schemita-Jahres) versehen sein und dürfen nicht den Beschränkungen unterliegen, die diese Heiligkeit des Schemita-Jahres für den Handel und den Verbrauch der landwirtschaftlichen Erzeugnisse mit Keduschat Schewi’it auferlegt.

Nicht-Jüdisches Land in Eretz Jisra’el

Nicht-Juden sind nicht verpflichtet, die Mizwa (das Gebot) der Schemita einzuhalten. Sie können wie in allen anderen Jahren pflanzen und ernten. Haben ihre Produkte in Eretz Jisra’el auch Keduschat Schewi’it?

Wenn diese Früchte Keduschat Schewi’it haben, ist es nicht erlaubt, sie auf normale Weise zu kaufen. Reste und Abfälle von Keduschat Schewi’it sollten in einem speziellen Schemita-Behälter aufbewahrt werden, bis sie sich vollständig aufgelöst haben. Früchte mit Keduschat Schewi’it dürfen nicht exportiert werden.

Zwei Meinungen

Es gibt zwei Meinungen zu der Frage, ob Früchte von nicht-Jüdischem Land in Eretz Jisra’el (Israel) Keduschat Schewi’it (Heiligkeit von Schemita) haben. Nach Rabbi Josef Karo haben diese Früchte keine Keduscha, aber nach dem Mabit haben diese Früchte Keduscha.

In Jeruschalaim ist es der Minhag (Brauch), der Meinung von Rabbi Josef Karo zu folgen. In Bnei Barak folgt man dem Brauch des Mabit. Andere Gemeinden in Eretz Jisra’el haben andere Minhagim.

Um herauszufinden, wem ein bestimmtes Grundstück gehört, muss man im Grundbuch nachsehen. Es kann sein, dass das Grundstück einen Jüdischen Eigentümer, aber einen nicht-Jüdischen Pächter hat. Im letzteren Fall haben die Produkte nach allen Meinungen Keduschat Schewi’it.

Ein Aufseher (Maschgi’ach) muss bei jeder Ernte anwesend sein – auch außerhalb des Schemita-Jahres – und sei es nur, um Teruma und Ma’aser (den Zehnten, der den Kohen, Leviten oder Armen gegeben werden muss) von den Früchten zu trennen. Der Maschgi’ach muss darauf achten, dass Früchte, von denen das Ma’aser (der Zehnte) bereits entfernt wurde, nicht mit Früchten vermischt werden, von denen das Ma’aser noch nicht entfernt wurde.

Während des Schemita-Jahres werden Teruma und Ma’aser nicht abgetrennt, aber der Maschgi’ach muss dafür sorgen, dass die Schemita-Beschränkungen nicht verletzt werden, wenn man davon ausgeht, dass Land in nicht-Jüdischem Besitz Keduschat Schewi’it hat.

Zusammenfassung

Ob z.B. Früchte von Land in arabischem Besitz Keduschat Schewi’it haben, ist eine Meinungsverschiedenheit zwischen großen jüdischen Gelehrten.

In Jeruschalaim ist es der Minhag (Brauch), der Meinung von Rabbi Josef Karo zu folgen (keine Keduschat Schewi’it). In Bnei Barak folgt man dem Brauch des Mabit (Keduschat Schewi’it). Jeder Ort hat seine eigenen Minhagim (Bräuche) zu befolgen.

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Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

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