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Tu BiSchwat – HASCHEMS WORT SCHÄTZEN

Tu BiSchwat - HASHEM'S WORT SCHÄTZEN
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Die erste Mischna in der Gemara von Rosch Haschana informiert uns über verschiedene „Neujahre“. Dies sind Jahreszeiten, die im Hinblick auf verschiedene Gesetze als Beginn des Jahreskalenders gelten.

Der Rosch Haschana für Bäume ist der fünfzehnte Tag des Monats Schwat, besser bekannt als “Tu BiSchwat”.

Dieser Tag wird als festlicher Tag betrachtet, daher wird das Gebet des Tachanuns (Bitte um Vergebung) nicht gesagt. Darüber hinaus gibt es den allgemeinen Brauch, Berachot auf eine Vielzahl von Früchten zu sagen und diese danach zu essen. Das Hauptziel des Tages ist es, HaSchem für das Schenken der Bäume an die Welt zu danken und die Wunder der Natur zu erkennen.

Was ist mit Rosch Haschana für Gemüse?

Rav Jaakow Weinberg, sichrono leBeracha, fragt, warum gibt es kein ähnliches Konzept für einen Feiertag für den “Geburtstag” von Gemüse?

Es gibt auch einen Termin für das Neujahr der Gemüse mit halachischen (rechtlichen) Konsequenzen. Warum gibt es dann an ihrem „Geburtstag” kein Fest? (siehe 1. unten)

Er erklärt, dass es zahlreiche bemerkenswerte Aspekte in der Natur gibt, die es wert sind, über das Wunder der Schöpfung nachzudenken. Viele „Wunder” ereignen sich sowohl in Bezug auf Gemüse als auch auf Bäume. Zum Beispiel, das Entstehung eines Wurzel vom Samens und seine Entwicklung bis zu einem Baum, Busch oder Gemüse ist wirklich wunderbar – es ist nur seine Regelmäßigkeit, die uns das Staunen über dieses erstaunliche Ereignis wegnimmt.

Außerdem, ist der Prozess der Photosynthese, der es dem Pflanzenleben ermöglicht, die Energie der Sonne zu nutzen, ein weiteres Wunder, das die Komplexität der Natur demonstriert.

Es gibt jedoch ein zusätzliches Wunder, das speziell bei Bäumen zu finden ist. Der Prozess der Ernährung eines Gemüses ist relativ einfach; es wird direkt vom Boden in das Gemüse selbst gezogen. Im Gegensatz dazu ist der Prozess der Ernährung eines Baumes weitaus komplizierter. Der Baum muss in der Lage sein, die Nahrung vom Boden zu nehmen, sie bis zu den Ästen und dann bis zur Frucht hochzuziehen. Rav Weinberg erklärt, dass jeder Entwicklungsschritt eines Pflanzens ein Wunder ist. Wir sind daher angewiesen, für die zahlreichen Geschenke von HaSchem in diesem Bereich dankbar zu sein. Da Bäume mehr Wundern ausgesetzt sind als Gemüse, ist es angebracht, dass ihr „Geburtstag“ als feierwürdiger angesehen wird als der von Gemüse. (siehe 2. unten)

Das Wunder der Bäume

Rav Weinbergs Erklärung erinnert uns daran, wie wichtig es ist, sich auf die Details der Schöpfung zu konzentrieren – es ist sehr einfach, die zahlreichen wundersamen Aspekte der gesamten Welt der Natur zu ignorieren. Tu BiSchwat macht uns bewusst, wie wichtig es ist, die Gaben von HaSchem zu schätzen, insbesondere in Form von Früchten. Es ist lehrreich, ein kleines Beispiel dafür zu nennen, um die zahlreichen Wunder, die uns umgeben, zur Kenntnis zu nehmen.

Wenn jemand einen Pfirsich isst, schenkt er dem harten Stein, der unter der schmackhaften Frucht liegt, nur wenig Aufmerksamkeit. Rav Awraham Katz shlita lehrt uns jedoch die große Bedeutung dieses scheinbar faden Aspekts der Natur. (siehe 3. unten) Wie jede Frucht hat der Pfirsich ein großes Problem – das heißt, wie man seine Kontinuität sicherstellt. Da es völlig unbeweglich ist, hat es keine Möglichkeit, seinen Samen selbst zu verbreiten, damit es sich fortpflanzen kann. Daher entwickelt der Pfirsichkern ein schmackhaftes Fruchtfleisch, das ihn umgibt. Dies wird Menschen und Tiere dazu veranlassen, den Pfirsich zu essen, wodurch er an andere Orte transferiert wird, an denen er möglicherweise Wurzeln schlagen kann. Es bleibt jedoch das Problem, wie der Samen nicht von seinem Esser zusammen mit dem Rest der Frucht verzehrt wird. Dementsprechend umgibt sich der Pfirsichkern mit einer sehr harten Hülle, die selbst von den stärksten Zähnen nicht gebrochen werden kann. Auf diese Weise ist das kostbare Samen sicher. Trotzdem enden die Probleme damit nicht. Wie kann der Samen entweichen, damit er Wurzeln schlagen kann, wenn die Hülle so stark ist? Die bemerkenswerte Antwort darauf ist, dass die Hülle mit einer entlang ihrer Länge verlaufenden Naht ausgekleidet ist, die von einem starken Klebstoff begrenzt wird. Nicht einmal ein Metallhammer kann es knacken. Und doch, wenn der Behälter zu Boden fällt, gibt es ein spezielles Enzym im Boden, das den Kleber auflöst und es dem Samen ermöglicht, seine Hülle zu verlassen! Dieser weltliche Same ist Gegenstand zahlreicher Wunder, und wenn keines von ihnen stattfand, würde der Pfirsich aufhören zu existieren. Dies ist nur ein Beispiel für das Zeugnis der Wunder der Schöpfung von HaSchem.

Am Tu BiSchwat nehmen wir zahlreiche Früchte und sagen eine Beracha auf sie, bevor wir sie essen. Dieser Brauch kann uns dabei helfen, uns auf die zahlreichen herzensgütlichen Handlungen zu konzentrieren, die HaSchem für uns ausführt, um die Erschaffung dieser wunderbaren Früchte sicherzustellen. Während ein Mensch seinen Alltag durchläuft, ist es für ihn sehr einfach, versehentlich die Augen vor den Wundern um ihn herum zu schließen. Zur Analogie kann man dies auf eine Person beziehen, die die Kunstgalerie des Louvre besucht und sich darüber beschwert, dass alle Gemälde wie Joghurt aussehen. Nach einiger Zeit nimmt er seine Brille ab und merkt, dass sie mit Joghurt bestrichen ist! Er war nicht in der Lage, die Schönheit der Bilder zu würdigen, weil seine Sehweite blockiert war. So kann auch ein Mensch mit dem sprichwörtlichen „Joghurt“ durchs Leben gehen, der seine Sehweite blockiert und ihn blind für die zahlreichen Wunder macht, die ihn umgeben. Tu BiSchwat gibt uns die Möglichkeit, unsere Augen zu öffnen und einige der wunderbaren Geschenke von HaSchem zu schätzen.

Quellen aus dem Text:

1) Der Rosch Haschana für Gemüse findet am ersten Tag von Tischrei statt, dem Tag, der als Rosch Haschana bekannt ist. Man kann also antworten, dass der “Geburtstag” des Gemüses von der Ernsthaftigkeit von Rosh Hashana völlig überschattet wird. Dennoch scheint es kein Zufall zu sein, dass in Bezug auf Gemüse keine besonderen Feierlichkeiten gefeiert werden.

2) Aus einem Artikel entnommen, der sich auf Rav Weinbergs Lehren basiert und von Rav Jirimiyahu Benyowitz shlita geschrieben wurde.

3) Dies stammt aus seinem bemerkenswerten Buch “Designer World” / “Designer-Welt”, das zahlreiche Wunder der Natur behandelt. Der Abschnitt über den Pfirsichsamen ist auf S.7-13 zu finden.

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Written by Rav Yehonasan Gefen

Rav Yehonasan Gefen ist ein Schüler von HaRav Yitzchak Berkovits shlita und Mitglied des The Jerusalem Kollel Gremiums. Rav Gefen verbrachte über 17 Jahre mit dem intensiven Studium der Tora und des Talmuds an der Aish HaTora Institution und The Jerusalem Kollel. Er hat einen Abschluss in Geschichte und Politik an der Universität von Birmingham, Großbritannien. Rav Gefen hat zahlreiche Artikel und Publikationen für Hamodia, Jewish Tribune, Aish.com, Torah.org und weitere Websites verfasst. Seine Werke zum gesamten Spektrum des Judentums inspirieren Menschen auf der ganzen Welt.
Seine Artikel wurden ins Hebräische, Französische, Spanische, Russische und Portugiesische übersetzt.
Rav Gefen hat vier Bücher veröffentlicht.

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