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Wie kritisiert man Menschen richtig? – Parascha Kedoschim

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Wie kritisiert man Menschen richtig? – Parascha Kedoschim

״…הוכח תוכיח את עמיתך״   – ”…Weise deinen Nächsten zurecht“ (Vayikra 19, 17)

Die Torah fordert uns auf unsere Mitmenschen zu kritisieren und zurechtzuweisen und Rav Hirsch zt“l schreibt explizit, dass die Torah nicht meint, dass wenn wir wollen, dürfen wir andere zurechtweisen und somit erfüllen wir diese Mitzwa, sondern wir sind verpflichtet und wir finden viele Beispiele im Talmud, dass man dafür verantwortlich gehalten wird, wenn man es unterstellt jemanden zurechtzuweisen.

Der Grund liegt auf der Hand, denn wir alle sind als Volk seelisch miteinander verbunden und die Taten jedes Gliedes der Kette beeinflussen das Gesamtbild (So wie Rav Isroel Salanter zt“l seinen Schüler sagte, dass der Grund, warum ein Jude in Paris mechalel Shabbat ist, weil ein Yeshiva Bochur in Litauen nicht konzentriert genug lernt!!).

Doch schon im Talmud (Erchin 16:) wundert sich Rabbi Elazar Ben Azaria, ob es in seiner Generation jemanden gibt, der richtig zurechtweisen kann, ohne den Betroffenen zu verschämen oder seelisch zu verletzen und wirklich zu erreichen, dass sich der Betroffene ändert und nicht rechtfertigt und verteidigt (in Toras Kohanim schwört Rabbi Akiva, dass es niemanden gibt) und obwohl uns dies nicht von unserer Verpflichtung befreit andere zurechtzuweisen, denn die Torah wurde für alle Zeiten geschrieben und hängt nicht von den Umständen der jeweiligen Generationen ab, dennoch sehen wir, dass es nicht so einfach ist, wie es scheint und es eine Kunst ist, die erlernt werden will und muss.

Hier ein paar Tipps vom besten Psychologen aller Zeiten (G´tt), wie er uns empfiehlt andere konstruktiv zu kritisieren, ohne zu verschämen und uns verhasst und unbeliebt zu machen: 

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-Man muss der Person klarmachen, dass man ihr nur das Beste wünscht und nicht kritisiert, um sich besser und gerechter zu fühlen. Rav Hirsch erläutert so den Possuk “הוכיח תוכיח את עמיתך“ die betroffene Person soll das Gefühl haben, dass er עמיתך ist und sich auf der selben geistigen Stufe mit dem Kritiker befindet und nicht niedergetreten wird (andere lernen dies aus den Worten ”ולא תשא עליו…“)

-Die beste Methode jemanden zu kritisieren, ist ihn nicht zu kritisieren, sondern zu loben, wenn etwas richtig gemacht wird und erst dann das falsche Verhalten im Vergleich tadeln

„Durch Anerkennung und Aufmunterung kann man in einem Menschen die besten Kräfte mobilisieren. Nichts tötet hingegen seinen Ehrgeiz so gründlich wie die Kritik…“

Dale Carnegie: Wie man Freunde gewinnt, Seite 51

Der Shla HaKadosh lernt dies aus dem Possuk in Mishlei :

“אל תוכח לץ פן ישנאך ,הוכח לחכם ויאהבך“ und erklärt, dass es sich auf eine Person bezieht und zwar wenn man ihm sagt, er sei ein לץ, wird er dich hassen, aber wenn man ihm sagt, er sei ein חכם, wird er die Kritik akzeptieren und den Kritiker dafür sogar lieben und ihm dankbar sein

-Der schlechteste Zeitpunkt für Kritik ist gleich im Anschluss an das falsche Verhalten, denn höchstwahrscheinlich wird sich die Person rechtfertigen, als Verteidigungsreflex des verletzen Ehrgeizes, sondern ein wenig später,  nachdem der Betroffene genug Zeit hatte sich alles in Ruhe zu überlegen, um rational auf die Kritik reagieren zu können

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