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Die Essenz des Judentums – Parascha Wajechi

Die Essenz des Judentums - Parascha Wajechi
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Obwohl Ägypten kein Ort von Keduscha (Heiligkeit) war, lebte Jaakow vollkommen auf. Er hatte dort eine Jeschiwa, eine Tora-Schule, gegründet, durch die er sich der Jüdischen Fortsetzung in seinen Kindern sicher fühlte. Das Judentum ist das Einzige, das die Juden als Juden verbindet. Im Mittelpunkt des Judentums steht die Tora.

Verwirrung bezüglich der Jüdischen Identität

Die Verwirrung bezüglich der Jüdischen Identität entsteht durch Einschränkung: Judentum als Religion, ohne nationales Gefühl oder als Nationalität ohne Bindung an Religion. Nationalität und Religion können nicht getrennt werden. Modernes Judentum ist jedoch noch viel ungreifbarer als aller vorhergehenden, Einheit schmiedende Kräfte.

Heutzutage scheint die Jiddische Geselligkeit, also ein gefühlsmäßiges Miteinander, der verbindende Faktor geworden zu sein.

Die Verbindung zur Religion – das Aufklärungsmodell – ist äußerst diffus geworden. Nur noch Wenige können Jüdische Texte lesen oder verstehen.

Die Verbundenheit mit dem Staat Israel befindet sich auf einem abschüssigen Platz, mit verursacht durch die negative Haltung der Medien.

Was übrig bleibt, ist ein Geselligkeits-Judentum, wo „alles ok ist“, wenn es eben dieses „Gefühl des warmen Bades“ beinhaltet. Während das Volk des Buches ja so viel Wärme, als auch viel Inhalte zu bieten hat.

Das Volk des Buches’ – Modell

Jaakow pflegte und nutzte das „Volk des Buches“- Modell mit Begeisterung. Er ging davon aus, dass die Tora zur Jüdischen Steigerung und Dauerhaftigkeit führt, so, wie es in den Sprüchen der Väter (6:2) steht: „Rabbi Jehoschu’a ben Levi sprach: Die Tafeln waren eine G“ttliche Arbeit und die Schrift eine G“ttliche Schrift, „Charut“ – auf den Tafeln eingebrannt“ (Schemot/Ex. 32:16). Hier verstand man das Wort Cherut, als ob Cherut (Freiheit) bedeutete, denn nur der ist frei, der sich mit dem Studium der Tora beschäftigt. Jeder, der Tora lernt, findet die wahre Steigerung.

Verbindend, befreiend und steigernd

Dieses bedeutet, dass die Tora nicht nur eine verbindende und befreiende, sondern auch eine steigernde Kraft besitzt. Die Tatsache, dass die Steinernen Tafeln das Werk G“ttes waren und direkt von Ihm kamen und nicht durch einen Engel oder durch einen Gesandten zu uns gelangten, zeigt auf, wie die Tora von G“tt geliebt und geschätzt wird. Dieses ist der stärkste Beweis dafür, dass der- oder diejenigen, die sich mit G“ttes Tora befassen, freier ist/sind als alle andere Menschen. Indem wir mit G“tt in Verbindung treten, entsteigen wir den irdischen Einschränkungen.

Es widerspricht dem Gedanken, dass der gläubige und praktizierende Jude sich ein furchtbar schweres Joch auf die Schultern geladen hat. Das Gegenteil ist eher der Fall. Er ist frei von den Fehlern, Verführungen und von der erniedrigenden und zerstörerischen Last, die ihm durch eine unberechenbare Gesellschaft auferlegt werden (Zusammenfassung von Tiferet Jisrae’ejl und S.R. Hirsch).

Die Besitztümer G“ttes

In den Pirkej Awot 6:10 (den Sprüchen der Väter) lesen wir weiter:

„Fünf Besitztümer hat der Heilige, gelobt sei ER, in Seiner Welt für Sich bestimmt, und zwar:

·      die Tora,

·      den Himmel und die Erde,

·      Awraham,

·      Jisra’ejl und

·      den Tempel“.

Vom gesamten Universum, die die Welt G“ttes bildet und von IHM allein gelenkt wird, hat G“tt fünf Dinge als Seine speziellen Besitztümer abgetrennt, da sie bei der Erfüllung des Zieles der Schöpfung und der Steigerung der Souveränität G“ttes eine wichtige Rolle spielen.

Die Essenz Seiner Schöpfung

Die Tora ist das Wichtigste dieser fünf Besitztümer G“ttes in der Welt, da diese die Essenz Seiner Schöpfung ist. Die Tora wurde zweitausend Jahre vor der Welt geschaffen und G“tt erfreut sich jeden Tag wieder an der Tora.

Der Himmel und die Erde wurden als eine angenehme Umgebung zur Erfüllung der Tora erschaffen. Die Natur widersetzt sich der Erfüllung und Umsetzung der Mitzwot (Gebote) in keinster Weise.

Der Himmel und die Erde schenken alles, was erforderlich ist, denjenigen, die die Tora beachten.

Awraham war der Erste, der das heilige Feuer der Anerkennung und der bewussten Wahrnehmung G“ttes entflammen ließ. Er wandelte auf Seinen Pfaden und trat hinaus, um das Licht G“ttes in der Welt der Finsternis zu verbreiten.

Das Volk Israel ist das einzige Volk der Welt, dass 613 Vorschriften erhalten hat, während die anderen Völker sich lediglich an sieben Noachidischen Geboten zu halten brauchen.

Das Volk Israel ist das einzige Volk der Welt, dass 613 Vorschriften erhalten hat, während die anderen Völker sich lediglich an sieben Noachidischen Geboten zu halten brauchen.

Der Tempel, das Bejt Hamikdasch, ist der einzige Ort auf der Welt, der die Erfüllung des G“ttlichen Willens bildet und das Ziel der Welt. Wenn das Jüdische Volk seinen Glauben behält, die Tora beachtet und Mitzwot erfüllt, wird die Anwesenheit G“ttes zwischen ihnen ruhen. Möge das schnellstens immer mehr bewahrheitet werden!

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Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

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