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Können wir unseren Kindern auch nicht-jüdische Namen geben?

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Können wir unseren Kindern auch nicht-jüdische Namen geben?

Jüdische Namen in unserem Wochenabschnitt Wajeze

In Parscha Wajeze erhalten alle 12 Söhne unseres dritten Patriarchen Yaakov und seiner Tochter Dina hebräische Namen. Diese Söhne wurden die Gründerväter des jüdischen Volkes. Ursprünglich waren ihre Namen wirklich jüdische Namen, weil sie alle eine tiefere Bedeutung hatten.

Um mit der Eingangsfrage zu beginnen: Es ist auf jeden Fall besser, Ihren jüdischen Kindern einen jüdischen Namen zu geben, obwohl im Laufe der Zeit auch nichtjüdische Namen in Mode gekommen sind, vor allem bei Mädchennamen. So ist der Jiddische Name Schprinse eine Verbiegung des französischen Princesse oder Esperance.

Jungensnamen,

wie z.B Abba, Bär, Mendel oder Mechel sind entweder aramäischen Ursprungs oder jiddische Verbiegungen und Übersetzungen von hebräischen Namen. Die Gelehrten, die im Talmud vorkommen, haben öfters keine Namen aus der Tora: Abaji, Rav, Rawa, Rawina, Rabba, Schammai, Ze‘ira, Pappa und Chisda. Ich bin kaum je auf Menschen gestoßen, die diese Namen von großen Gelehrten aus dem Talmud erhalten haben

Eine besondere Geschichte betrifft den Namen Alexander

Als Alexander der Große, anlässlich seines Besuches des Tempels zu Jerusalem, dort sein Monument errichten wollte, soll der damalige Hohepriester ihn mit der Zusage, dass alle Jungens, die in dem damaligen Jahr geboren würden, als dankbarer Erinnerung und zu seiner Ehre, den Namen Alexander erhalten sollten.

Wann?

Ein Junge erhält seinen Namen bei seiner Brit-Milah, der Beschneidung. Auch dieser Brauch geht nicht eindeutig aus der geltenden Literatur hervor. Aus der Tora (Bereschit/Gen. 21:3-4) scheint sich das Gegenteil zu ergeben: „Und Abraham nannte seinen Sohn, der ihm geboren wurde, Jitzchak (und erst danach) beschnitt Abraham seinen Sohn Jitzchak, als er acht Tage alt war“.

In den Sprüchen von Rabbi Eliezer (48) scheint es jedoch, dass die Namensgebung bei der Beschneidung schon recht früh beim jüdischen Volk vorkam: „Moses (Mosche) wurde am achten Tag beschnitten und JEKUTI’EL genannt“ (Mosche hat zehn Namen).

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Was ist im Falle einer verspäteten Brit Mila zu tun?

Gelegentlich muss die Beschneidung aus medizinischen Gründen für kürzere oder längere Zeit verschoben werden. Dann nennt der Vater bei erster Gelegenheit, wo er zur Tora aufgerufen wird, den Namen seines Sohnes. Andere pflegen den Brauch, hiermit zu warten, bis die Beschneidung wirklich erfolgt, auch wenn das erst in einigen Wochen der Fall sein sollte. Wenn es einen Bechor – den Erstgeborenen – betrifft, den man am einunddreißigsten Tag nach der Geburt freikaufen muss, gibt man dem Kind beim Pidjon Haben – der Freihäufung oder Auslösung – seinen Namen.

Der Name, wenn der Vater zum ersten Mal zur Tora gerufen wird

Ein Mädchen erhält ihren Namen, sobald ihr Vater zum ersten Mal (nach ihrer Geburt) zur Tora aufgerufen wird. An einigen Orten ist es Brauch, hiermit bis zum ersten Schabbat nach der Geburt zu warten. Andere warten hiermit bis zum Schabbat, an dem die Mutter wieder in der Lage ist, die Synagoge zu besuchen.

Nicht länger als dreißig Tage warten

Mit der Namensgebung der Tochter sollte man jedoch nicht länger als dreißig Tage warten. Bei den Sepharden ist die Namensgebung eines Mädchens eine ganze Zeremonie, die SEWED HABAT genannt wird. Einige verbinden ein festliches Essen anschließend hiermit, aber den Aschkenasen war dieses – bis vor Kurzem – nicht bekannt.

In mystischen Kreisen wird das Fehlen dieses Brauches, also das gemeinsame Essen nicht abzuhalten, bedauert, da die Seele sich bei der Namensgebung mit dem Körper vereint. Heute zutage feiert man oft ein SIMCHAT HABAT.

Adoption: jüdischen Namen bei seinem Übertritt zum Judentum

Wenn ein nicht-jüdisches Kind von jüdischen Eltern adoptiert wird, erhält das Kind seinen jüdischen Namen bei seinem Übertritt zum Judentum:

  • Für einen Jungen bedeutet das, dass er seinen Namen erst erhält, nachdem er in der Mikwe – dem rituellen Bad- ganz unter Wasser getaucht war und nicht bei der Beschneidung, die bereits vorher erfolgte. Wenn die Adoptiveltern die Verschiebung der Namensgebung als unangenehm empfinden, erhält das Kind seinen Namen bereits bei der Beschneidung.
  • Bei adoptierten Mädchen erfolgt die Namensgebung grundsätzlich erst nach dem Tauchvorgang in der Mikwe, der übrigens meistens erst im zweiten Lebensjahr erfolgt.

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