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LANGFRISTIGE FOLGEN – Parascha Bo

LANGFRISTIGE FOLGEN - Parascha Bo
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Parascha Bo sieht den Höhepunkt der zehn Plagen, die Mitzrayim (Ägypten) verwüstet haben. Chazal erzählen uns jedoch, dass das jüdische Volk während der Plage der Finsternis schreckliche Verluste erlitten hat. Raschi zitiert die Meinung, dass vier Fünftel gestorben und nur ein Fünftel übrig geblieben sind (siehe 1. unten). Die Mechilta, die Raschi zitiert, bringt tatsächlich zwei weitere Meinungen darüber ein, welches Prozent der Juden damals getötet wurde; Eine besagt, dass nur ein Fünfzigstel überlebt hat, ein anderer besagt, dass nur noch ein Fünfhundertstel übrig ist.

Rav Schimon Schwab, sichrono leBeracha, weist auf eine Reihe von Problemen mit dem wörtlichen Verständnis dieses Midrasches hin (siehe 2. unten):

Erstens: laut den beiden späteren Meinungen, gab es vor den Plagen 30 Millionen oder 300 Millionen Juden in Mitzrayim (Ägypten). Es ist sehr schwer vorzustellen, dass dort so viele Juden waren.

Zweitens, laut aller Schitas, wurden Millionen Juden getötet und folglich war diese eine Katastrophe weitaus größer als alle Plagen, unter denen die Mitzrim (die Ägypter) litten. Rav Sсhwab findet es ebenfalls sehr schwierig, dies zu akzeptieren.

Drittens zitiert er Raschi, dass sie starben und in der Dunkelheit begraben wurden, damit die Mitzrim (die Ägypter) nicht sehen würden, dass so viele Juden starben. Er argumentiert, wenn wir diesen Midrasch wörtlich akzeptieren, dass Millionen gestorben sind, dann hätten die Mitzrim (die Ägypter) mit Sicherheit einen so bedeutenden Verlust bemerkt.

Aufgrund dieser Probleme, so Rav Schwab, sollte der Midrasch nicht wörtlich verstanden werden – vielmehr starb nur eine relativ kleine Anzahl, aber wenn sie überlebt hätten, hätten sie Millionen von Menschen über mehrere Generationen hinweg zur Welt gebracht. Die drei Meinungen streiten sich darüber, wie viele Nachkommen von denen gekommen wären, die gestorben sind. Er schlägt vor, dass sie sich vielleicht nur nicht darüber einig sind, wie man die Überlebenden aufzält – eine geht davon aus, dass wir bis zu einem bestimmten Zeitpunkt, wie dem Bau des Beis HaMikdash, zählen und andere Zählungen zu einem späteren Zeitpunkt hinausgehen, und demzufolge gibt es mehr Nachkommen in diesem längeren Zeitraum.

Er vergleicht diese Interpretation mit der Gemara, in der die Folgen des Mordes an Hewel erörtert werden. Haschem sagt zu Kajin: “das Blut deines Bruders schreit aus dem Boden zu mir.” (siehe 3. unten) Die Gemara sagt, dass nicht nur Hewels Blut geschrien hat, sondern auch von allen seinen potenziellen Nachkommen, die jetzt niemals das Leben erlangen würden. Kajin ermordete nicht nur einen Menschen, er zerstörte Millionen von Menschensleben durch seine einzige abscheuliche Tat. Rav Schwab weist auf das tragische Beispiel dieses Konzepts im Holocaust hin. Er sagt, die Nazis hätten nicht sechs Millionen Menschen getötet, sondern unzählige Millionen in Form von ihrer Nachkommen ermordet, die nun niemals leben werden.

Die Tragödie des Todes der Juden in Mitzrayim (Ägypten) sollte sich also auch langfristig auswirken – damals mag nur eine kleine Anzahl gestorben sein, aber im Ansicht auf weitere Generationen gingen Millionen verloren. Rav Schwabs Pshat (die einfache Erklärung) bietet eine völlig neue Blickwinkel auf diesen Tod der Juden in Mitzrayim (Ägypten). Wir wissen, dass sie gestorben sind, weil sie nicht auf der Niveau waren, Mitzrayim (Ägypten) zu verlassen und Teil der Am Hashem (Haschems Volk) zu werden. Rav Schwab argumentiert, dass diese Leute komplette Reshaim (Sünder) sein sollten, um zu so einem Ende zu kommen. Angesichts der Tatsache, dass ihre Anzahl relativ gering war und dass die so böse waren, scheint es überraschend, dass der Midrasch die langfristigen Folgen ihres Todes so stark betont. Von hier sehen wir, dass der Verlust eines einzigen Juden einen unbegrenzten Schmerz verursacht, egal wie weit dieser von Jiddischkeit entfernt ist. Außerdem ist es sehr wahrscheinlich, dass von ihm rechtschaffene Menschen abstammen könnten, aber so sind diese für immer verloren.

Die Tora sagt uns, dass Mosche Rabbeinu hat sein Bewusstsein für dieses Konzept demonstriert; Als er sah, dass ein Mitzri (ein Ägypter) einen Juden schlug, sagte der Passuk: „Er sah hin und her, aber er sah keinen Menschen.“ (siehe 4. unten) Raschi erklärt, dass Moshe in die Zukunft blickte, um zu sehen, ob irgendein Konvertiter von diesem Mitzri (Ägypter) abstammen würde. Moshe wusste, dass es langfristige Konsequenzen haben würde, ihn zu töten, und handelte dementsprechend.

In früherer Zeit erkannte Rav Schlomo Heimann, sichrono leBeracha, dies in sehr hohem Maße; er gab Dutzenden von Talmidim einen Schiur, der sich durch seinen energetischen Stil auszeichnete. Eines Tages gab es starken Schnee und nur vier Talmidim besuchten den Schiur, doch Rav Heimann gab diesem Schiur die gleiche Energie wie immer. Seine Talmidim fragte ihn, warum er sich so viel Mühe gab, so wenige Menschen zu unterrichten. Er antwortete, dass er nicht nur diese vier Schüler unterrichtete, sondern alle ihre zukünftigen Nachkommen.

Wenn Chazal eine solche Tragödie in den Todesfällen einiger Sünder sehen, wie müssen wir uns dann fühlen, wenn wir die heutige Situation in Klal Yisroel betrachten? Wir leben in einer Welt, in der es nur sehr wenige wirklich „böse“ Juden gibt – Menschen, die der Tora absichtlich den Rücken kehren. Es gibt Millionen von Juden, die ohne eigenes Verschulden ohne Kenntnis der Tora und mit einem sehr geringen Gefühl für die Wichtigkeit des Jüdischseins aufgewachsen sind. Täglich heiraten Dutzende von Juden mit Menschen aus anderen Völker und ihre jüdischen Nachkommen gehen für immer verloren (siehe 5. unten). Einige Menschen argumentieren, dass wir trotz der Heiratsraten mit Menschen aus anderen Völkern wissen, dass die Juden niemals ausgelöscht werden und dass Maschiach kommen wird, also es besteht folglich kein Grund, angesichts des gegenwärtigen Trends so alarmiert zu sein. Diese Haltung ist stark verkehrt – der Grund, warum wir säkulare Juden mekarev (zu Judentum näher bringen) sollten, ist nicht, um die Zerstörung von Klal Yisroel zu verhindern – es gibt keine Angst davor, dass dies geschieht. Wir möchten jedoch jedem Juden und seinen potenziellen Nachkommen die Möglichkeit geben, als Teil von Klal Yisroel zu bleiben, damit auch sie an der Geula (Erlösung) teilnehmen können. Rav Schimschon Pinchus, sichrono leBeracha, schreibt, dass seit dem Zweiten Weltkrieg mehr Juden assimiliert wurden als im Holocaust verloren gegangen sind (siehe 6. unten). Sechs Millionen Juden. Tatsächlich bedeutet dies, dass unzählige Millionen, die ihre Nachkommen gewesen wären, für Jiddischkeit verloren gegangen sind. Derjenige, der einen Juden mekarev (zu Judentum näher bringt), rettet tatsächlich Dutzende von Seelen und gibt ihnen die Möglichkeit, ein Tora-Leben zu führen.

Mögen wir alle zocheh (würdig) sein, um den wahren Wert jedes Juden und seiner potenziellen Nachkommen zu erkennen.

Quellen aus dem Text:

1. Beschalach, 13:18.

2. Me’eyn beis hashoeva, Beschalach, 13:18.

3. Bereschit, 4:10.

4. Schmot, 2:11.

5. Uns allen ist auf dem dumpfen und intellektuellen Niveau bewusst, dass die Dinge nicht so sind, wie sie sein sollten, aber wie schlimm ist es? Die Mischehenquote in den USA lag 1950 bei 6%, 1990 bei 52% und stieg weiter an. Zwei Millionen Juden jüdischer Herkunft identifizieren sich nicht als Juden. Zwei Millionen selbstidentifizierte Juden haben keinerlei jüdische Verbindung. Für jede Hochzeit zwischen zwei Juden finden zwei Mischehen statt. Inzwischen praktizieren 625.000 US-Juden andere Religionen. 11% der US-Juden besuchen die Synagoge. Täglich finden Dutzende von Mischehen statt, was bedeutet, dass in der Zeit, in der Sie das hier lesen, gehen einige Juden für immer verloren.
(Es ist anzumerken, dass sich die Situation seit der Erstellung dieser Statistiken weiter deutlich verschlechtert hat)

6. Tiferes Schimschon, Chanukkah.

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Written by Rav Yehonasan Gefen

Rav Yehonasan Gefen ist ein Schüler von HaRav Yitzchak Berkovits shlita und Mitglied des The Jerusalem Kollel Gremiums. Rav Gefen verbrachte über 17 Jahre mit dem intensiven Studium der Tora und des Talmuds an der Aish HaTora Institution und The Jerusalem Kollel. Er hat einen Abschluss in Geschichte und Politik an der Universität von Birmingham, Großbritannien. Rav Gefen hat zahlreiche Artikel und Publikationen für Hamodia, Jewish Tribune, Aish.com, Torah.org und weitere Websites verfasst. Seine Werke zum gesamten Spektrum des Judentums inspirieren Menschen auf der ganzen Welt.
Seine Artikel wurden ins Hebräische, Französische, Spanische, Russische und Portugiesische übersetzt.
Rav Gefen hat vier Bücher veröffentlicht.

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