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LIEBE ZUM FREMDLING – Parascha Ekew

„ER (G“tt) liebt den Fremdling um ihm somit Brot und Kleidung zu geben“ (10:18)

Der Allmächtige empfindet viel für den Fremdling. Da wir G“tt auf allen Seinen Wegen folgen sollen, empfinden auch wir für den Fremdling. „Ihn zu mögen“ verlangt schon viel von uns.

Unsere Eltern brauchen wir nur zu ehren und wahren, aufrichtigen Propheten brauchen wir nur zu gehorchen, aber in der Tora befindet sich kein Auftrag, sie zu mögen.

Was beinhaltet dieses „zu mögen“? Liebe heißt in Hebräisch „Ahawa“, was eigentlich bedeutet: Verschmelzen, also zwei Menschen werden durch Liebe zu Gemeinsamem.

Dieses sehen wir selbst im Zahlenwert des Wortes „Ahawa“, der dreizehn ist, während „echad“ (EIN) auch einen Zahlenwert von dreizehn hat (nur nebenbei: dreizehn ist im Judentum eine Glückszahl).

Die Verschmelzung mit G“tt ist ein wichtiger Auftrag. Wir können mit G“tt verschmelzen, da wir alle in G“ttes Ebenbild geschaffen wurden. Um mit Jemand anderem zu verschmelzen, müssen wir etwas Gemeinschaftliches haben, mit dem wir uns identifizieren.

etwas Gemeinsames

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Wir haben mit Fremdlingen in der Tat etwas Gemeinsames: „Ihr müsst dem Fremdling Liebe entgegen bringen, denn Ihr wart selber Fremdlinge im Lande Ägypten“ (10:19). Irgendwann waren auch wir Fremdlinge. Das war wohl so vor fast vier Tausend Jahre, aber im Grunde genommen ist unser Zustand immer noch derart, dass wir nach wie vor noch lange nicht als Gleiche angesehen werden. Wir haben also vieles mit Fremdlingen gemeinsam. Wir erkennen ihren Zustand.

zwei Ebenen

Die Tora spricht auf zwei Ebenen. Es geht nicht nur um einen Fremdling, der einen anderen Glauben hat. Auch Gerim (Proseliten), die Juden geworden sind, verdienen unsere Liebe beziehungsweise unsere Zuneigung. Auch hier ist die Rede von eindeutiger Identifikation. Sie haben ihre Liebe zum Judentum schon oft ab ihrer Jugendzeit gespürt. Am Anfang unserer Volkswerdung, vor dreitausenddreihundertdreißig Jahren, sind wir den selben Prozess der „Bekehrung“ durchlaufen.

Als Sklaven im Ägypten waren wir wohl Nachfahren von Awraham, Jitzchak und Jaakow, aber echt Jüdisch waren wir damals noch nicht. Erst als wir am Fuße des Berges Sinai formell und unwiderruflich einen Verbund mit HaSchem (G“tt ) schlossen, wurden wir Jüdisch. Durch diesen Bund mit dem Allmächtigen wurden unsere schlummernden religiösen Gefühle aktiviert und als Auftrag an ein ganzes Volk bindend bis auf den heutigen Tag.

Den gleichen Prozess sind Gerim durchlaufen. Indem sie sich formell an die Lebensgrundsätze und Vorschriften des Jüdischen Volkes gebunden haben und indem sie ihr latentes Verlangen für das Judentum im täglichen Leben umsetzen, sind sie Teil des Jüdischen Volkes geworden. Auch hier haben wir also eine gemeinschaftliche Basis für Identifikation und Liebe.

Die Tora gibt uns diesen Auftrag, Gerim gegenüber Akzeptanz und Zuneigung zu zeigen, da die angestammte Gesellschaft manchmal das Gefühl bekommt, dass Gerim alles besser wissen oder die Vorschriften genauer befolgen. Sie sind neu und begeistert. Und dann sagt die Tora: handele nicht irritiert, sondern liebevoll. Das zeigt ein großes Maß an Gefühl.

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