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Schmira (Schutz) ist immer erforderlich – Parascha Wajechi

IMMER SCHMIRA (BEWACHUNG) ERFORDERLICH - Parascha Wajechi
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Jaakow war wegen seines Keduscha (Heiligkeit)-Einhaltens äußerst gefährdet und benötigte durchgehend Bewachung. Er bat um speziellen G“ttlichen Schutz, als er Efraim und Menasche segnete.

Wörtlich sagte er: „Der Engel, der mich von allem Bösen erlöst hat, möge die Kinder segnen und meinen Namen in ihnen nennen und die Namen meiner Vorfahren Awraham und Jitzchak; mögen sie sich zu einer großen Menge Mitten im Land vermehren“ (Bereschit/Genesis 48:16).

Noch immer beim Nachtlajnen 

Wir sprechen diesen Passuk (Satz) noch immer beim Nachtlajnen (dem Nachtgebet im Bett). Ja’akov empfand es als nötig, hierbei zu betonen, dass er letztendlich von allen Tzores (Elend) befreit wurde. Die Versorgung durch Jossejf während seiner siebzehn letzten Lebensjahre in Ägypten empfand er als von G“tt gesandt, genauso wie er während seiner ersten hundertunddreißig Lebensjahre, trotz aller Tzores, die Empfindung G“ttes nie hatte fallen lassen. Obwohl Ägypten kein Platz für Keduscha (Heiligkeit) war, lebte Jaakow vollkommen auf. Er hatte dort eine Jeschiwa (Tora Schule) errichtet, wodurch er sich über die Jüdische Fortsetzung in seinen Kindern sicher fühlte.

Der Jisra’ejl – Gedanke

Er wollte jedoch, dass auch sein Name und die von Awraham und Jitzchak in den Kindern genannt werden sollten. (also: entweder die Kinder erhielten als Name Awraham und Jitzchak oder als Zweitname, denn diese Namen bilden die Abstammungsleiter).

·         Der Jisra’ejl-Gedanke sollte lebendig bleiben. Jisra’ejl bedeutet „Du herrscht über Engel und Menschen“. Jaakow wollte, dass seine Kinder mit Achtung und Respekt vor G“tt herrschen würden.

·         Der Name Jaakow deutet auf die künftige Belohnung, die für Tzaddikim zur Seite gelegt wurde. Bei Tzaddikim ist es immer so, dass sie am Anfang viel Elend über sich ergehen lassen müssen, aber es letztendlich sehr gut machen. Auch diesen Begriff wollte er bei seinen Kindern in die Tat umgesetzt sehen.

·         Den Namen Awrahams empfand er als wichtig, da dieser Name „geistiger Vater vieler Völker“ bedeutet. Er hoffte, dass seine Kinder letztendlich das Licht für die Nationen sein würden, sodass sie ihre geistigen Leitungsaufgaben tatsächlich wahr nehmen würden.

·         Das Wort Jitzchak kommt von „lachen“. Er hoffte, dass seine Nachkommen das Judentum immer auf eine simchedicke Weise, also mit Freude und Humor, leben, erleben und weitergeben würden.

Untertauchen, also sich verstecken

Gleichzeitig sah er viele Probleme voraus. Jaakow segnete sie, dass sie sich „zu einer großen Menge Mitten im Land“ vermehren sollten. Unsere Chachamim (Weisen) sagen (B.T. Sota 11b), dass die Ägypter Jüdische Kinder andauernd verfolgten. Die Kinder mussten sich in Höhlen und in Löchern in der Erde verstecken. Nur auf verwunderliche Weise würden sie der Verfolgung entgehen. Das Gefühl, das Bedürfnis, unter zu tauchen, begann in Ägypten. Auch unsere Generation kennt das leider noch immer.

Wie Fische überleben

Jaakow segnete seine Kinder, dass sie genau wie Fische überleben sollten oder würden. Fische sind im Wasser unsichtbar. Hierdurch überleben sie. Gerade dadurch, dass sie vor den Augen ihrer Verfolger verborgen blieben, konnten sie sich vermehren. Auch das Böse Auge hatte auf sie keinen Einfluss. Deshalb steht in der Tora, dass sie buchstäblich im Land (in Rückzugsverstecken unter der Erde) Viele werden würden. Dieses ist auch eigentlich die wortwörtliche Bedeutung des Satzes: „Das Land wurde voll mit ihnen“.

Andauern auf der Hut

Bis zu seinem Lebensende, und selbst nach seinem Tod, benötigte Jaakow Schmira (Bewachung oder Schutz). So hatte er davor eine Todesangst, dass Esav, sein älterer Bruder, ihm sein Grab in der Höhle von Machpela bei den Erzvätern weg nehmen würde durch einen Anspruch auf sein Erstgeborenenrecht. Jaakow sagte noch ausdrücklich: „Dort habe ich Lea begraben“ (Gen. 49:31). Er wollte hiermit klar stellen, dass er in der Höhle bereits für eine große Summe an Geld Rechte erworben hatte und dass die Höhle nicht Esav gehört weil er das Recht auf die Höhle Machpela von ihm gekauft hat.

Viele Soldaten

Deshalb begleiteten Jaakows Sarg viele Soldaten. Es wurde eine enorme Menge. Viele Kana’anitische Könige kamen deshalb dem Sarg entgegen. Jischma’ejl und Esau kamen mit ihren Truppen. Eigentlich hatten sie die Absicht, gegen die Familie von Jaakow Krieg zu führen. Als sie aber sahen, dass Jossejfs Krone am Sarg von Jaakow hing, liefen sie mit der Begleitgesellschaft mit. Auch die Könige von Kana’an hängten ihre Kronen an Jaakows Sarg. Mit sechsunddreißig Kronen wurde der Sarg von Ja’akov in die Begräbnishöhle Machpela hinein getragen.

Rom zerstörte letzten Endes den Tempel zu Jerusalem

Jossejf wusste, dass Esau Schwierigkeiten machen würde. Das erfolgte auch tatsächlich, wie das vom Geschichtsschreiber Flavius Josephus vermeldet wurde. Es entstand eine bewaffnete Auseinandersetzung, bei der Esau enthauptet wurde. Sein Kopf rollte in die Höhle Machpela hinein.

Dieses Teil von Esav ist in der erzväterlichen Grotte bewahrt, also aufgehoben, geblieben. Nur seine sauberen intellektuellen Fähigkeiten können in einer Jüdischen Umgebung ruhen. Jossejf nahm die Enkelsöhne von Esav gefangen, verbrachte sie nach Ägypten und hielt sie dort fest. Schließlich entkamen Esav’s Enkelkinder nach Italien und sie herrschten über die Kitim in Rom. Danach wurde die Abkömmlinge von Esav die Herrscher über gesamt Italien. Sie bauten Rom auf, von dem dann letztendlich der Tempel zu Jerusalem zerstört wurde.

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Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

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