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PESSACHSEDER 15 – DAS ZUSAMMEN ESSEN VON MAZZA UND MAROR (Korech) DIE MAHLZEIT

PESSACHSEDER 15 - DAS ZUSAMMEN ESSEN VON MAZZA UND MAROR (Korech) DIE MAHLZEIT
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DAS ZUSAMMEN ESSEN VON MAZZA UND MAROR (Korech)

DIE MAHLZEIT

Untere Mazza

Für Korech nehmen wir die untere, nicht gebrochene Mazza. Zusammen mit anderen Mazzot essen alle angelehnt ein kezajit Mazza zusammen mit einem kezajit Maror, das vorher in Charoset getaucht wurde. (Das Charoset wird allerdings vor dem Essen abgeschüttelt).

Laut Hillel soll uns nicht nur der Geschmack des befreienden Pessachlammes als wichtigste Lektion des Sederabends und der Triumpf der Freiheit über die Unterdrückung (deshalb durften wir früher am Abend nach dem Pessachopfer nichts mehr essen!) im Gedächtnis bleiben,

sondern müssen wir uns gleichzeitig realisieren, dass der Exodus, also jede Befreiung, in sich auch wieder den Keim der vorherigen Phasen von Exil, Knechtung und Unterwerfung in sich trägt.

Deshalb essen wir eine Mischung aus Mazza und Maror; dann realisieren wir uns, dass Freiheit viele Einschränkungen kennt und ohne weiteres in ihr Gegenteil umschlagen kann, nämlich in eine neue Phase der Bedrängnis und Sklaverei.

DIE MAHLZEIT

Längere Unterbrechung zwischen Kiddusch und Mahlzeit

Es ist normalerweise nicht erlaubt, lange zu warten zwischen Kiddusch und dem Essen der Mahlzeit. Die Regel, dass man Kiddusch nur sprechen darf an dem Ort, wo auch die Mahlzeit gegessen wird“ (B.T. Pesachim 101a), bezieht sich nicht nur auf die Nähe von Ort, sondern auch von Zeit.

Warum wird beim Seder von dieser Regel abgewichen? Die Mahlzeit fängt nämlich erst eine bis zwei Stunden nach Kiddusch an?

Haggada ist Teil der Seder

Rabbi Schlomo Zalman Auerbach erklärt, dass das Lesen der Haggada nicht nur als Unterbrechung anzusehen ist, sondern eher als eine Verlängerung der Mahlzeit. Damit Mazza und Maror gebührend gegessen werden, muss der Mensch einen gewissen Stand der Spiritualität erreicht haben: Jede Generation muss sich selbst so betrachten, als wäre sie selbst aus Ägypten gezogen.“ (B.T. Pesachim 116b).

Ziel der Lesung der Haggada ist es, auf diesen Höhepunkt hinzuarbeiten. Unser Ziel sollte es sein, die Pessachnahrung angemessen zu uns zu nehmen. Die Haggada ist statt einer Unterbrechung vielmehr eine Vorbereitung auf die Mahlzeit.

Nicht zu viel essen und trinken

Bei der Mahlzeit darf man nicht zu viel essen, da man am Ende noch Afikoman (Mazza als Dessert) essen muss, und zwar mit gewissem Appetit (B.T. Pesachim Tosafot 107b) und nicht, wenn man sich schon satt gegessen hat.

Auch sollte man nicht zu viel trinken, damit man dem gesamten Seder mit Aufmerksamkeit folgen kann und nicht einschläft (Rema, Orach Chaim 476:1).

zwei Manieren von übermäßigem Essen

Es gibt zwei Manieren von übermäßigem Essen:

-Erstens essen manche mit Widerwillen. Wenn man das Afikoman so isst, hat man die Mizwa nicht angemessen erbracht.

-Und zweitens, eine noch schlimmere Form von Übersättigung, wenn man sich selbst zwingt zu essen, obwohl der Körper signalisiert, dass er überfüllt ist. Wird das Afikoman auf diese Weise gegessen, dann ist die Mizwa auch nicht erfüllt (Mischna Berura, ebd. 6).

Hoffentlich ist man in der Lage, die Mizwa trotzdem gebührend zu erbringen, denn es ist sicherlich schwer, nach der erforderlichen Menge Mazza und Maror, auch noch das Afikoman mit Genuss zu essen. Die Mizwa der Mahlzeit erfüllt man auch, wenn man den Konsum von Fisch und Fleisch bei den Mahlzeiten am Jom Tov einschränkt.

Vorzugsweise lehnt man sich während der gesamten Mahlzeit an. Man beendet die Mahlzeit so rechtzeitig, dass man noch vor Mitternacht das Hallel rezitieren kann.



Siehe auch:

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Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

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