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PESSACHSEDER 2 – SEDERTELLER: Seroa, Bejza, Charosset, Karpas, Mej Melach

PESSACH-SEDER 2 - SEDERTELLER
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I.4 SERO’A – DER KNOCHEN

Sero’a ist der Knochen, zur Erinnerung an das Pessachopfer. Wir nehmen dafür den Knochen einer Lammschulter, andere nehmen einen Flügel vom Geflügel. Rabbenu Manoach sagt,  dass dieser Knochen am Mittag vor Sederabend geröstet werden muss, zur gleichen Zeit, zu der das Pessachopfer dargebracht werden sollte. Der Knochen darf nicht weggeworfen, sondern sollte am Jom Tov gegessen werden.

 

I.5 BEJZA – DAS EI

Das Ei darf gebraten oder hartgekocht sein.

Dieses Ei erinnert nicht nur an das Chagiga (Festopfer), sondern dieses Ei ist gleichzeitig ein Zeichen der Trauer. Wir trauern um die Zerstörung des Tempels, wodurch wir das Festopfer nicht mehr darbringen können.

Ein Ei ist das Zeichen von Trauer, weil es keine Öffnung hat – so wie ein Trauernder, der im übertragenden Sinne keinen Mund hat, weil die Trauer ihm den Mund schnürt.

Das Ei ist rund – gleich dem Rad der Trauer. Das Rad der Trauer wälzt sich durch die Welt und wir haben sehr viel Unglück, wenn es uns trifft.

Das Ei kann man ebenfalls vergleichen mit dem Jüdischen Volk – je härter es gekocht und verfolgt wird, desto stärker und widerstandsfähiger wird es.

 

I.6 CHAROSSET – DAS GEMISCH

Charosset ist eine Mischung von Rosinen, Mandeln, Äpfeln, feingemahlenen Nüssen, mit Wein und Zimt zu einer Paste verrührt. Die Paste erinnert uns an charsit (Stein oder Lehm),  das Material, mit dem die Juden in Ägypten arbeiten mussten.

Der Wein ist zur Erinnerung an das Blut, die Zimtstangen zur Erinnerung an das Stroh und die Äpfel sollen an die frommen Frauen erinnern, die in den Obstgärten unter Apfelbäumen ihre Kinder zur Welt brachten, um sie vor den Ägyptern zu verstecken.

I.7 KARPAS – DIE ERDFRUCHT (RADIESCHEN / PETERSILIE)

Die Petersilie oder das Radieschen symbolisieren die Freiheit. Vornehme Leute aßen eine Vorspeise.

Mit Karpas soll auch die Neugierde der Kinder geweckt werden. Das Karpas versinnbildlicht  das ma nischtana und muss eine bore p’ri ha’adama sein, eine Frucht, die direkt aus dem Boden wächst. Karpas liegt auf dem Sederteller, um die Kinder zum Fragenstellen anzuregen. Der Sederabend dient vor allem dazu, gerade den Kindern vom Auszug aus Ägypten zu erzählen.

Außerdem essen wir Karpas oder Petersilie oder Radieschen zu Beginn der Seder um  über Maror keine zwei berachot sprechen zu müssen. Maror ist eine klala,etwas Unangenehmes, deshalb sprechen wir nur die beracha: al achilat maror und sprechen nicht die beracha:  bore p’ri ha’adama. Wenn wir diese letzte beracha  über Karpas sprechen, gilt sie gleichzeitig auch für das Maror. Deswegen soll man beim Essen von Karpas gedanklich die Absicht haben, das Maror vor der beracha: bore p’ri ha’adama zu beschützen.

I.8 MEJ MELACH – DAS SALZWASSER

Das Salzwasser, in dem man das Karpas taucht, symbolisiert die Tränen unserer Vorfahren. Außerdem ist es eine Erinnerung daran, dass Salz bei den Opfern nie fehlen durfte. Am Sederabend hätten wir eigentlich ein Pessach-Opfer darbringen müssen.

Das Salzwasser erinnert uns auch an die Zerstörung von Sodom und die Verwandlung von der Frau von Lot in eine Salzsäule. Dieses Ereignis fand auch am fünfzehnten Nissan statt. Wir zeigen auf diese Weise, dass wir nicht den gleichen Weg beschreiten wollen, wie die Einwohner von Sodom oder wie die Frau von Lot. Ihre schlechten Wesenszüge kamen vor allem in ihrem ungastlichen Verhalten zum Ausdruck.



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Written by Dajan Raphael Evers

Oberrabbiner von Düsseldorf /Dajan des Europäischen Beit Din's

Bekannt für seine enzyklopädischen Kenntnisse in fast allen Bereichen des Judentums. Ist ein Mitglied in CER (Konferenz der europäischen Rabbiner) sowie im europäischen Beit Din.

Hat mehrere Bücher geschrieben. Darunter: „Talmudisches Denken“, „Die Echte Torah“, „Schaatnes Gesetze“.

Im Moment widmet sich dem Ziel das jüdische Leben in Düsseldorf wieder aufzubauen.

Sprachen: Holländisch, Yiddisch, Hebräisch, Englisch, Deutsch

(Foto gemacht von: J. Feldmann)

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